Tipps und Tricks – Kirchenbücher

Wer schon mal im Keller Bücher gelagert hat, kennt den muffigen Geruch von feuchtgewordenen Büchern – wie das wohl bei Kirchenbüchern ist, die ca. 400 Jahre irgendwo im Kirchengewölbe in Vergessenheit geraten sind?
Gott sei Dank gibt es heute Online-Portale, so dass wir nicht diesem Geruchsproblem ausgesetzt werden.

Der Hauptbestandteil meiner Ahnensuche, ist das Lesen in norddeutschen Kirchenbüchern.
Angefangen mit dem gescannten Kirchenbuch aus Schwerin (Ancestry), konnte ich alle 14 Personen aus dem Fotokoffer finden. Ebenso die Eltern und alle als Paten angegebenen Personen. Mit dieser Grundlage habe ich sämtliche Angaben aus Rostock gefunden.
Rückwärtssuche macht durch den Datenschutz Sinn, da durch den eingegrenzten Zeitraum die Suche nach 1910 mit Hindernissen verbunden ist.
Je älter die Daten bei meiner Suche wurden, um so mehr fand ich und konnte meinen Onlinestammbaum ergänzen. Viele Namen schrieb ich mir auch raus und suchte an anderen Tagen weiter.

Wer ganz frisch mit dem Thema anfängt wird schnell feststellen, das die Onlinewelt überflutet ist mit Informationen. Daher ist es am Anfang hilfreich, die Hauptgruppe der Christenzugehörigkeit zu kennen. Als konfessionslose Region ist es nicht immer einfach, all die Begrifflichkeiten des Christentums zu verstehen. Im Norden war es überwiegend die evangelische Kirche, die vertreten war und somit die Familien einheitlich dieser Richtung zugeordnet werden konnten. Aber auch die katholische Kirchen sind vertreten. Wer hier etwas Hilfe benötigt, kann sich auf folgenden Seiten schlau machen:

http://wiki-de.genealogy.net/Kirchenbücher_online
http://www.ezab.de/kirchenbuecher/provinzen.html
http://www.kirche-mv.de/Familienforschung-Mecklenburg.familienforschung.0.html
http://www.emecklenburg.de/Mecklenburg/l12ahn02.php
https://www.mfpev.de/archive-in-mecklenburg.html
http://mvdok.lbmv.de/mjbrenderer?id=mvdok_document_00003156

Für die evangelische Kirchensuche stelle ich euch meine Lieblingslinks zur Verfügung:

https://www.ancestry.de/search/collections/meckenburgparish
(evangelische und katholische Kirchenbücher mit Nutzungsgebühr und Stammbaumerstellung – leider gibt es bei Ancestry nicht alle Bücher aus Mecklenburg, aber man kann hier bereits durch die Suche feststellen, ob die Familie vertreten ist)

https://www.archion.de/de/suche
(Wenn es hier zu eurer Suchen einen Kirchenbuchtreffer gibt, kann man verschiedene Nutzungszeiträume buchen. Ich habe den 1-Monat-Pass für 19,90 Euro genutzt und alles gefunden, was ich gesucht habe.)

Falls ihr hier nicht fündig werdet, dann hilft nur eine Anfrage beim zuständigen Stadtarchiv (kostet manchmal eine Gebühr) oder ein direkter Archivbesuch (am Besten mit Vorabanmeldung).

In den Kirchenbüchern zu lesen ist ähnlich wie in der Bibel selbst: die Interpretation und Zusammenfassung schenkt einem Ergebnisse. Dazu kommen die unterschiedlichen Schreibweisen der Kirchenmitarbeiter in verschiedenen Jahrhunderten und die Dialekte der Region. Befasst man sich mit beiden Themen, lernt man neben der eigentlichen Suche definitiv noch einiges dazu.

Auch hier kann ich euch anbieten: wer Hilfe braucht oder Fragen hat – schreibt mich einfach gerne an.

11 Kommentare Gib deinen ab

  1. Rhiannon sagt:

    Ob Kirchenbücher oder andere alte „Schmöker“ … alte Bücher haben ihren ganz eigenen Geruch. Sie riechen nach altem Wissen, nach Träumen, Gedanken und vielem mehr …
    Wer jemals das Vergüngen hatte ein wirklich altes Werk „riechen“ zu dürfen, der wird das niemals vergessen.

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    1. Das ist wahr… In Neapel hatte ich das Vergnügen ein ca. 500 Jahre altes Buch in den Händen zu halten. Es war leider in einem sehr schlechten Zustand, mit schimmligen Seiten und einem gammligen Geruch… Das vergesse ich nie 😊

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      1. Rhiannon sagt:

        Gerüche vergessen wir selten …. schön so eine Beschreibung

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  2. Herzkoma sagt:

    Ein schöner Hinweis für angehende Ahnenforscher. Du recherchierst nicht nur für dich, sondern gibst auch deine Erfahrung und deine Erkenntnis an andere weiter, damit sie es leichter haben.

    Ich denke, Ahnenforschung ist vergleichbar mit diesem, was Menschen tun, die hier im Wald vorsichtig und sezierend Hünengräber ans Tageslicht bringen oder die in Ägypten sich durch enge Gänge in die Erde wühlen, um vom Sand überwehte Pharaonengräber bloszulegen.

    Es ist immer die Suche nach der Vergangenheit: Wer sind wir, wo kommen wir her, wer waren unsere Vorfahren und wie lebten sie? Es ist immer ein Puzzle, aber wenn dann ein Puzzleteil passt, wird das Gesamtbild sichtbarer.

    Manchmal fehlt ein Stück, da muss man improvisieren, da muss man Farbe zugeben, die sich anhand der anderen Stücke logisch ergibt. Man muss Platzhalter schaffen, die solange gelten, bis dann doch das fehlende Stück gefunden und eingefügt werden kann.

    Keine leichte Aufgabe, keine Aufgabe, die immer Erfüllung findet, aber wenn sich dann was findet ist die Freude hoch zehn. Ich kann mich da gut reinfinden, zumal, wenns um die eigene Herkunft geht.

    Ich bewundere dich und wünsche dir noch viel Erfolg, Sven 🙂

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    1. Hallo Sven,
      ich freue mich gerade sehr von dir zu lesen und schmunzle auch, weil ich gerade wieder in der Vergangenheit festklebe…
      Du schreibst so wunderbar und ich liebe deine Worte! Deine Vorstellungskraft.
      Ahnenforschung kann man gar nicht besser beschreiben.
      Es hört sich vielleicht bekloppt an, aber ich liebe es auf Flohmärkten herum zu stromern und alte Biografien zu ergattern. Am liebsten solche, die schon vor 200 Jahren geschrieben wurden. Die Formulierungen und Beschreibungen sind immer so schön.
      Und wenn so ein Buch beendet ist, suche ich online nach Nachkommen und sende es in die Welt hinaus zu den Familien dieser Schreiberlinge.
      Ich hoffe, dass auch du einmal ein Buch schreiben wirst und in der Zukunft jemand darin vertieft liest und es auf die Reise schickt.
      Heute lese ich 14 Biografien meiner eigenen Familie und habe ein sehr buntes Programm im 20. Jahrhundert. Eigentlich möchte ich darüber schreiben… Nur ist es so bunt, dass ich ganz wirr im Kopf werde 🙂
      Hab eine gute Nacht.
      LG Janine

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      1. Herzkoma sagt:

        Liebe Janine,

        ich würd schon ein Buch schreiben, allein dass du siehst, dass deine lieben Worte nicht an mir vorüber gehen.

        Das Hirn braucht Zeit, dann ordnen sich die bunten Dinge von selbst, einfach alles wirken lassen und genießen.

        Ja, ich kenn den Geruch von Flohmärkten und er macht süchtig ..

        Alles Liebe Sven 🙂

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      2. Hallo Sven,
        würdest du mir Bescheid sagen, wenn dein Werk öffentlich ist?
        Dein Tipp ist angekommen… danke ❤
        Wonach stöberst du auf dem Flohmarkt? Hast du Lieblingsstücke von dort?
        Alles Liebe auch für dich. Janine
        PS: ich habe wieder einen Song für dich…

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      3. Herzkoma sagt:

        Danke für das Schenki. Wir hatten früher selbst verkauft und da blieb immer einer an unserer Decke auf dem Boden mit unseren angebotenen Sachen und einer lief über den Flohmarkt, um eventuell noch etwas günstig zu erwerben, was ihm persönlich gefällt oder was wir mit Gewinn weiterverkaufen konnten.

        War in Frankfurt am Eiserenen Steg. Ich bin Offenbacher und dort geboren. Es war nie etwas spezielles, was wir suchten, sondern die Atmosphäre und die Menschen und ganz besonders der Geruch.

        Da war ein Kiosk, wo man Bier und eine Wurst mit Senf und Brötchen kaufen konnte, die es sonst nirgendwo gab und die herrlich schmeckte.

        Wir haben damals als Jugendliche Dinge verkauft, die wir auf Entrümplungen gefunden haben. Aber keiner ging unter 30 Euro nach Hause. Meistens sind wir danach noch in ein Lokal in Frankfurt gemeinsam zum Essen gegangen. Es war eine schöne Zeit.

        Mein Kumpel kam mal mit einem T-Shirt an und riet mir, das auch zu kaufen: Es war nur eine Zahl auf dem T-Shirt: „56“ und wir trugen es immer in der Freizeit, fühlten uns enger verbunden und unsere Mädels mochten es auch.

        Dann war mein Kumpel tot. Er hatte seinen Roller frisiert und ist auf ein Taxi draufgefahren, das keine Vorfahrt hatte.

        Im Polizeibericht stand später, dass er wohl anstatt mit 25 km/h mit 56 km/h gefahren ist.

        Es war der beste Kumpel, den ich hatte ..

        LG Sven

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      4. Wenn du schreibst, bin ich sofort in meinem Phantasiepalast… und folge deiner Beschreibung wie auf einem Weg mit Bildern. Und stelle mir die Gerüche vor – besonders die Wurst lenkt mich ab (der Kühlschrank ruft) und der Blick zur Brücke… Ich kenne Frankfurt und auch Offenbach… na ja und auch einige andere Städte Drumherum. Reisen ist etwas Herrliches.
        Dein Verlust tut mir sehr leid… Wie war er? Kannst du ihn gedanklich lebendig machen? (ich hoffe, dass ist nicht unangebracht)

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      5. Herzkoma sagt:

        PS: Natürlich bekommst du Freiexemplare. Was du mir mit Ivan Torrent geschenkt hast, kann ich sowieso nicht wieder gut machen, zumal ich dir das nicht zugetraut hätte, diese schöne Musik mit dieser sauber-erhabenen Erotik im kunstvollen Tanz, die zwar anregt und mehr verspricht, aber niemals ins Trivale absinkt, immer als Kunst erhaben bleibt wie ein Versprechen .. Wundervoll. Da kann ich mich kaum revanchieren – muss mal ein Gedicht dir schreiben ..

        LG PP 🙂

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      6. Das ist ja nett! Ich freue mich auf deine Worte. Du bist ein wirklich inspirierender Mensch!
        Ich liebe Symphonien mit großen Komponisten, wundervollen Stimmen und ausdrucksstarken Tanz – das ist wie eine pure intravenöse Lebensinjektion. Du musst mal nach Julie Gautier googlen…

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